Oktober 2017 - Wien - Vindobona

Der Raum um das Wiener Becken wurde im 1. Jahrhundert v. Chr. durch den keltischen Stamm der Boier besiedelt. Nach einer Niederlage gelangte das Gebiet unter den Einfluss des keltischen Königreichs Norikum. Verumtlich siedelten um 15. v. Chr. die Boier auf dem Leopoldsberg. Siedlungsnachweise der spätkeltischen Zeit gibt es im Bereich der späteren Zivilstadt.

Im Verlauf des 1. Jahrhunderts n. Chr. wurde das Legionslager Vindobona erbaut. Um das Lager entstand die Lagervorstadt. Das Lager hatte eine Grösse von 22.5 Hektaren.

Zwischen 97 und 101 waren hier die legio XIII Gemina, 101 - 114 die legio XIIII Gemina Martia Victrix und ab 114 die legio X Gemina stationiert.

Es gibt Quellen die aufführen, dass Marcus Aurelius hier im Jahr 180 n. Chr. verstarb. Andere Quellen erwähnen Sirmium.

Die Lagervorstadt hatte eine Grösse von ca. 100 Hektaren. Sie befand sich auf allen Seiten des Lagers, ausser im Nordosten wo sich die Donau befand. Die Einwohnerzahl wird auf 15'000 - 20'000 Personen geschätzt.

Im Südosten befand sich die Zivilstadt. Diese war ca. 52 Hektaren gross und zählte 5'000 - 10'000 Einwohner. Sie bestand wie die Lagervorstadt vom 1. bis zum 3. Jahrhundert.

Nach dem Rückzug ins Legionslager wurden einige Gebäude umgebaut. Ab der Mitte des 5. Jahrhunderts scheint das Lager aufgegeben worden zu sein und wurde nur noch teilweise besiedelt.

Heute sind nur noch wenige Reste des Lagers sichtbar. Zwei Tribunenhäuser wurden in ein Museum am Hohen Markt integriert. Am Michaelerplatz sind wenige Mauerstrukturen der Lagervorstadt sichtbar. Am Hof wäre noch ein Kanal des Lagers sichtbar, ist aber wegen Restaurierung geschlossen.