Praetorium Abwasserkanal Kastell Keller Stadtmauer

Köln - Colonia Claudia Ara Agrippinensium

(03. - 06.04.2015)

Die ältesten Funde auf dem Kölner Stadtgebiet, welche auf die Anwesenheit von Menschen hinweisen, gehen auf die Altsteinzeit zurück. In der Mitte des 6. Jahrtausends liessen sich Menschen zwischen Köln und Aachen nieder.

Die älteste Besiedlung im Bereich der Kölner Innenstadt fand zwischen 4'300 und 3'500 v. Chr. statt. Siedlungsspuren sind auch zwischen 1'200 und 200 v. Chr. bekannt. Auch in der Zeit der ersten römischen Kontakte (durch Gaius Iulius Caesar, d.h. ca. ab 59 v. Chr.) gibt es Siedlungsspuren. Diese können jedoch nicht genauer zugeordnet werden. Die neuere Forschung geht jedoch davon aus, dass im Gegensatz zur früheren Annahme, die Eburonen hier nie siedelten.

Das Gebiet war also nicht Siedlungsleer, als Marcus Vipsanius Agrippa bei seiner zweiten Statthalterschaft in den Jahren 20/19 v. Chr. hier den Stamm der Ubier ansiedelte. Ob sie selbständig kamen und die Römer dies nachträglich billigten oder Agrippa dies anordnete, ist nicht bekannt. Der verlassene rechtsrheinische Siedlungsort der Ubier wurde rasch durch die Chatten besiedelt.

Da es in diesem Gebiet keinen bestehenden Ort für die "Neusiedler" gab, wurde im ersten Jahrzehnt auf dem heutigen Stadtgebiet ein solcher geplant. Offensichtlich wurde dieser Ort zuerst durch romanisierte Gallier und zugewanderte Römer bewohnt. Es muss aber nicht heissen, dass hier keine Ubier siedelten. Vermutlich wohnte hier primär die romanisierte Oberschicht. Der Ort wird durch Publius Cornelius Tacitus als Oppidum Ubiorum bezeichnet. Vermutlich wurde der Ort aber als Ara Ubiorum bezeichnet.

Köln hätte wohl Hauptstadt der geplanten Provinz Germania werden sollen. Daher wurden öffentliche Bauten wie Tempel und Ehrenbögen erstellt. Aus dieser Zeit ist das sogenannte Ubier Monument erhalten geblieben. Ein Turm, welcher vermutlich der steinerne Südostturm der Stadtbefestigung war. Er stammt aus dem Jahr 4/5 n. Chr. Diese Umwehrung lässt sich jedoch nicht mehr nachweisen. Im Jahr 15 n. Chr. wurde hier Agrippina die Jüngere (Tochter von Nero Claudius Germanicus und Agrippina der älteren) geboren. Sie heiratete 49 n. Chr. Tiberius Claudius Caesar Augustus Germanicus. Dieser erhob unter ihrem Einfluss 50 n. Chr. Köln zur Colonia. Der offizielle Name war nun Colonia Claudia Ara Agrippinensium oder kurz CCAA.

Köln wurde Hauptstadt der zwischen 85 und 90 n. Chr. eingerichteten Provinz Germania Inferior (Niedergermanien). Somit befand sich hier auch der Sitz des Statthalters.

Die Stadtmauer war 3.9 km lang und umfasste ein Gebiet von 96.8 Hektaren. Deren Bau begann in den Jahren 90/91 n. Chr. Sie hatte 19 Rundtürme und mindestens neun Tore.

Eine erste Wasserleitung wurde um 30 n. Chr. erbaut und führte Wasser aus Quellen vom Osthang des Vorgebirges nach Köln. Diese Leitung wurde am Ende des 1. Jahrhunderts durch die Eifelwasserleitung ersetzt. Diese war im Endausbau 98 Kilometer lang.

Weitere bekannte Bauten sind: eine Abwasserleitung, diverse Heiligtümer, Thermen und das Praetorium. Von diversen Häuser zeugen Mosaike und Keller. Zwischen Rhein und Forum befand sich das Zentralheiligtum, die ara Ubiorum. Vom Forum wurden ebenfalls Teile gefunden. Der Standort des Theaters und des Amphitheaters ist bisher nicht bekannt. Diverse Grabbauten sind ebenfalls gefunden wurden.

Um die Stadt (ausser nach Osten) befand sich die Vorstadt. Dies war dem Bild der Stadt nicht unähnlich und nahm eine Fläche von mindestens 70 Hektaren ein.

Ca. 3 Kilometer südlich der römischen Stadt befand sich die wichtigste Basis der römischen Kriegsflotte am Rhein (Classis Germanica). Das sogenannte Flottenlager Alteburg. Ab dem Jahr 9 n. Chr. waren hier Legionstruppen stationiert. Ab der Mitte des 1. Jahrhunderts war hier ein erstes Flottenlager. Nach der Mitte des 3. Jahrhunderts wurde es aufgelöst.

Zu Beginn des 4. Jahrhunderts waren die Vorstädte längst verfallen. Zwischen 308 und 310 n. Chr. lies Flavius Valerius Constantinus eine steinerne Brücke über den Rhein bauen. Gleichzeitig wurde auf der rechten Rheinseite das Kastelle Deutz (Divitia) erstellt.

Vermutlich schon 353 n. Chr. wurde Köln von den Franken angegriffen. 355 n. Chr. plünderten sie die Stadt.

Im Jahr 459/461 wurde Köln definitiv durch die Franken übernommen.

Heute sind noch diverse römische Überreste zu sehen:

  • Teile der Stadtmauer und Reste von Stadttürmen
  • Praetorium
  • Abwasserkanal
  • Dionysos Mosaik im römisch germanischen Museum
  • Zwei Keller
  • Markierung des Osttores des Kastells Deutz
  • Überreste unterhalb des Doms

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