Thermen Thermen

Freitag, 13.07.2007 - Schleitheim (Iuliomagus), Schaffhausen

Dieser Vicus wurde nach der Mitte des 1. Jahrhunderts gegründet. Er entstand in der Nähe einer älteren keltischen Siedlung. Hier führte die Strasse von Vindonissa (Windisch) nach Brigobannis (Hüfingen) durch.

Der Name Iuliomagus ist nicht aus Inschriften bekann. Er ist jedoch auf der Tabula Peutingeriana (einer mittelalterlichen Kopie einer Karte aus dem 3. Jahrhundert) aufgeführt.

In der zweiten Hälfte des 1. und der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts erlebte das Dorf ein grosses Wachstum. Nach bisherigen Erkenntnissen streckte sich dieses auf einer Länge von ca. einem Kilometer entlang der Strasse aus. Dies entspricht einer Fläche von ca. 20 Hektaren.

Bisher sind folgende Gebäude gefunden werden: Thermen, ein gallo-römischer Haupttempel, ein gallo-römischer Umgangstempel, Wohnbauten, Gewerbebauten, eine Töpferei, Ökonomiebauten und ein Gutshof (?). Die wichtigen Gebäude waren aus Stein errichtet. Einige der ursprünglichen Holzbauten wiesen später ein Steinfundament oder mindestens einen Keller aus Stein auf.

Die Thermen wurden in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts erbaut. Sie wurde danach zweimal im grösseren Rahmen umgebaut und dabei vergrössert. Sie umfassten Caldarium, Tepidarium, Frigidarium und Laconium. Zusätzlich befand sich im Osten eine grosse Palaestra. Nach der Mitte des 3. Jahrhunderts wurden die Thermen verkleinert.

Teile dieser Thermen können heute in einem Schutzbau besichtigt werden.

Nach dem 2. Jahrhundert ist ein Niedergang der Siedlung zu beobachten.

Rund 1700 Meter nordöstlich der Kirche, auf der Nordseite des Rüetisberges, befand sich ein römischer Gutshof.

Das Herrenhaus hatte im Endausbau eine Ausdehnung von ca. 65 x 29 Meter. Eine Halle von 39 x 17 Metern bildete den Kern. Diese wurde später mit Wohnräumen ausgestattet. Auf der Nordseite befand sich ein Portikus und in der Nordwestecke ein Eckrisalit. Im Süden wurde später ein Badetrakt angefügt.

Später wurde der Porticus hufeisenförmig erweitert. Dies offensichtlich zu schon bestehenden Nebenbauten hin.

Gefunden wurden hier Mosaike, Wandmalereien, ein tuskisches Kapitell und ein Säulenstumpf. Dazu Münzen und Keramik. Der Gutshof bestand von der Mitte des 1. Jahrhunderts bis in die zweite Hälfte des 3. Jahrhundert.

Kurzbeschreibung:

Was ja/nein Bemerkung
Im Gelände Sichtbar Ja  
Informationstafel Ja  
- mit Detailinformationen Ja  
- mit Skizze(n) Ja  
Beschilderung Ja  
Schutzbau Ja  
Immer zugänglich Ja  
Temporär freigelegt / temporäre Ausstellung Nein  
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