Bischofskirche Memorialkirche

Teurnia (St. Peter in Holz)

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Spätantikes Haus

Erste Besiedlungsspuren auf dem Holzer Berg in St. Peter in Holz stammen aus dem 11. Jahrhundert v. Chr. Für eine weitergehende Besiedlung sprechen Funde aus den Jahren 750 und 500 bis 350 v. Chr.

Im 3. Jahrhundert siedelten sich die eingewanderten Kelten auf dem Hügel an. Nach der Besetzung Noricums im Jahr 15 v. Chr. wurde um 45 n. Chr. die Provinz Noricum ausgerufen. Teurnia erhielt mit der Ernennung zum Municipium das Stadtrecht.

Die Stadt wurde ausgebaut. Am Ostfuss des Hügels wurden zwei Terrassen für das Wohngebiet angelegt. Auf dem Hügel wurden das Forum, das öffentliche Bad und die Tempel gebaut.

Auch Teurnia wird unter den zahlreichen Germaneneinfällen ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. gelitten haben.

Spätestens in der Mitte des 5. Jahrhunderts n. Chr. wurde die Provinzhauptstadt von Virunum nach Teurnia verlegt.

Bei der Wende vom 4. zum 5. Jahrhundert bot sich ein anderes Bild der Stadt. Die Wohnterrassen wurden nicht mehr benutzt. Es wurde wieder die Hügelkuppe bewohnt.

Teurnia wurde nun Tiburnia genannt. Auf dem Hügel wurde um 430 n. Chr. eine Bischofskirche erbaut. Nach einem Brand im 6. Jahrhundert wurde die Kirche vergrössert. Um 600 n. Chr. wurde sie bei der Einwanderung der Slawen durch Brand zerstört. Ab der Zeit der slawischen Besiedlung liegen keine Funde mehr vor.

Heute deuten nur noch wenige Überreste von der ehemaligen Stadt. Auf dem Hügel befinden sich die Mauern eines spätantiken Hauses. Daneben sind die Reste eines vorangehenden Hauses aus der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. zu sehen. Aufgrund der verschiedenen Grundrisse lag zwischen diesen zwei Häusern eine gewisse Zeitspanne.

Die erwähnte Bischofskirche ist ebenfalls in einem Schutzbau zu sehen. Daneben befindet sich ein Turm des Westtores der Stadtmauer. Diese stammt aus dem 5./6. Jahrhundert n. Chr. Die Fundamente der Nordmauer sind zum Teil im Wald sichtbar.

Im Tal unten sind die Reste der sogenannten Friedhofskirche zu sehen. Es handelt sich hierbei um eine Memorialkirche aus der Mitte oder zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts n. Chr. Im Laienraum befand sich ein erhalten gebliebenes Mosaik.

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