Cetium (St. Pölten)

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Decumanus Maximus

Das Municipium Aelium Cetium wurde unter Publius Aelius Hadrianus gegründet. Dies vermutlich infolge seiner Inspektionsreise durch die Donauprovinzen im Jahr 122 n. Chr. Hier kreuzte die Strasse, welche von Ovilava (Wels) über Melk verlief, die Tragisamus (Traisen) und führte weiter nach Comagena (Tulln). Entlang der Tragisamus führte eine Vicinalstrasse. Diese kam von den Alpenpässen über Mariazell und führte weiter nach Favianis (Mautern). Im Kamptal erreichte sie das Barbaricum.

Cetium hatte offensichtlich keine nennenswerte  Vorgängersiedlung. Der Ort wurde nach einem strengen Rastersystem angelegt. Es bestanden sieben Decumani (West-Ost-Strassen) und 5 Cardines (Nord-Süd-Strassen). Dies ergab ein System von 6 mal 4 Insuale.

Bis zu seinem Niedergang um 400 n. Chr. war Cetium immer eine zivile Siedlung ohne starke militärische Präsenz. Der Standort des Forums wird zwar aufgrund des Teilfundes eine Bauinschrift der Collegium Fabrum (städtische Handwerksgilde) vermutet. Infolge starker Überbauung konnte dort jedoch bisher nicht gegraben werden.

Die frühesten gefundenen Fachwerkbauten gehen vermutlich auf angesiedelte Veteranen der Donauarmee zurück. Nach einer Zerstörung während der Markomannenrkiege (um 170 n. Chr.) wurden viele Neubauten in Stein erstellt.

Nach einem erneuten Brand um 270 n. Chr. wurde die Stadt teilweise aufgegeben. Unter Flavius Valerius Constantinus (Constantin der Grosse) (309 - 337 n. Chr.) erlebte die Stadt einen neuen Aufschwung mit vielen Neubauten. Umbauten sind auch unter den Söhnen Constantins (337 - 361 n. Chr.) regelmässig zu finden.

Mit einer kriegerischen Zerstörung unter Flavius Valentinianus (Valentinian I) (364 - 375 n. Chr.) beginnt im letzten Viertel des Jahrhunderts der rasche Abstieg. In verlassenen Wohngebieten wurden vereinzelt Tote bestattet.

Heute sind keine Überreste aus dieser Zeit mehr zu sehen. Beim Bau der Einstallhalle unter dem Rathaus wurden die dort gefundenen Häuser zerstört. Ein grosses Gebäude unter dem Domplatz wurde bis heute nicht zugänglich gemacht.

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