Hadrianswall

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Als Publius Aelius Hadrianus im Jahr 122 nChr. die Provinz Britannia besuchte, wurde der Bau einer Grenzbefestigung beschlossen.

Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Städte Corstopitum (Corbridge) und Luguvalium (Carlisle) durch eine Militärstrasse verbunden. Diese war durch einige Kastelle verstärkt und wird heute Stanegate genannt. Der Hadrianswall wurde nördlich dieser Strasse unter Berücksichtigung des Geländes gebaut.

Der Bau dauerte mindestens 6 Jahre. Als "Bauarbeiter" betätigten sich Legionäre. Änderungen am Bauwerk fanden jedoch noch nach dem Tod Hadrians (138 nChr) statt.

Ursprünglich wurde die Mauer von Pons Aelius (Newcastle) bis Maia (Bownes-on-Solway) geplant. Schlussendlich wurde die Verteidigungsanlage jedoch von Segedunum (Wallsend) bis Maia gebaut. Die Länge betrug 80 römische Meilen (117 km). Zuerst waren die Mauer und Türme von Segedunum bis zum Fluss Irthing (bei Banna (Birdoswald)) aus Stein. Ab dort bis Maia wurden der Wall aus Erde und die Türme aus Stein gebaut. Östlich von Segedunum wurde bis zur Ostküste keine Mauer erstellt. Der Fluss Tyne diente als natürliche Grenze. Zwischen Segedunum und dem Kastell in Arbeia (South Shields) bestand jedoch Sichtverbindung.

Auf der Westseite wurden entlang der Küste bis Alauna (Maryport) Milecastles und Türme zur Bewachung errichtet. Hier gab es keine Mauer jedoch zum Teil Zäune.

Zuerst wurde der Hadrianswall mit einem kleinen Kastell jede römische Meile (ca. 1.46 km) und einem Wachtturm jede drittel Meile verstärkt. Die kleinen Kastelle werden heute Milecastles genannt. Die Milecastles waren bei der Steinmauer aus Stein und beim Erdwall aus Holz und Erde. Die Milecastles waren die einzigen, die ein Tor nach Norden aufwiesen. Hier konnte der Wall durchquert werden.

Bevor diese Bauarbeiten abgeschlossen waren, wurden Änderungen in der Planung vorgenommen. Wo möglich wurden Kastelle direkt am Wall errichtet. Befanden sich an dieser Stelle Milecastles oder Türme wurden diese abgerissen. Zudem wurde südlich des Walls ein weiterer Graben gemacht. Der sogenannte Vallum. Der Aushub wurde unmittelbar nördlich davor zu einem Hügel aufgeschüttet. Vermutlich kennzeichnete dieser Graben eine militärische Grenze. Im Gegensatz zum Wall verlief dieser Graben relativ gerade, deshalb konnte er eine grössere Distanz zum Wall aufweisen. Der Vallum konnte nur noch bei den Kastellen überquert werden. Die Tore bei den Vallum-Übergängen konnten nur von Norden, also von den Soldaten, geöffnet werden.

Die Steinmauer war ursprünglich 3 Meter breit und 4.6 Meter hoch geplant. Vermutlich aus Zeitgründen wurde die Breite teilweise auf ca. 2.5 Meter reduziert. Der Erdwall war 6 Meter breit. Mindestens zum Teil wurde dieser Erdwall durch eine Steinmauer ersetzt.

Nördlich vor dem Wall befand sich ein Graben.  Dieser befand sich ca. 7 Meter vor der Mauer. Er war ca. 3 Meter tief und 10 Meter breit. Er wies ein V-Profil auf.

Zu einem späteren Zeitpunkt wurde südlich der Mauer und nördlich des Vallum eine Militärstrasse errichtet.

Bei den Truppen am Wall handelte es sich nicht um Legionäre sondern um Auxiliarsoldaten. Also Personen ohne das römische Bürgerrecht.

Der Wall war bis ca. 407 nChr. besetzt. Anschliessend verliessen die römischen Soldaten Britannia. Ab 142 nChr. wurde die Grenze für ca. 20 Jahre - mit Unterbrüchen - nördlich zum Antoninuswall verlegt.

Der Wall diente in erster Linie weniger dem Zweck Angriffe zu verhindern, als mehr der Grenzkontrolle. Das Verteidigungssystem war jedoch sicherlich sehr effizient. Schlussendlich hat diese Grenze - obschon sie einige Male überrannt wurde - über 280 Jahre gehalten.

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